Konstanze Rainer-Stocker und Gottfried Rainer sind ein malendes und zeichnendes Ehepaar – eine, künstlerisch gesehen, überaus gefährliche Situation. Konstanze befindet sich vor einem Motiv und studiert es als Malerin, die auch plastisch tätig war. Die Wiese ist eine große Fläche, auf der Bäume wachsen, deren Körperlichkeit sich von den Flächen deutlich abhebt. Wiese und Bäume werden nach ihren Dimensionen beurteilt. Gottfried, der ebenfalls plastisch arbeitete, sieht ein sonnendurchflutetes Gefäß, dessen Schatten sich auf dem Tischtuch deutlich abzeichnen. Ihn interessiert nicht der visuelle Eindruck, nicht die Dimensionen von Tischfläche und Gefäß, sondern das Figurenspiel, das Sonnenlicht und Schatten auf dem Gefäß und auf der Tischfläche erzeugen und das in der Gliederung des >Hintergrundes< ein Echo findet. Konstanze figuriert Fläche und Körper so, dass die Spannungen verschiedenartiger Dimensionen ins Auge springen. Gottfried so, dass nicht die Dimensionen, sondern ein kontrastreiches Figurenspiel von Licht und Schatten in ein klares Formenspiel verwandelt ist. Konstanze Rainer-Stocker und Gottfried Rainer sind zwei voneinander unabhängige Künstler. Heimo Kuchling