Eric Ess

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Ausstellung 2011

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Malerei und Grafik
19.09.2009 - 01.11.2009
Geöffnet Sonntag von 14-18 Uhr













DIE SUCHE NACH DEM WEG

Endlos lang war ich damit beschäftigt herauszufinden, was Malerei eigentlich sei und was ich mit ihr oder sie mit mir zu tun habe – ohne auch nur einen Finger zu rühren. Zwar wusste ich mit 14 Jahren, dass die Malerei meine Sache werden sollte, aber ich hatte keine Ahnung, was an Bemühung und gezielter Anstrengung dafür notwendig war. Ich dachte, es müsste sich alles von selbst ergeben, ohne mein Zutun, ohne meinen Einsatz. Dementsprechend passiv und abwartend verhielt ich mich einen Großteil meines Lebens. Die Malerei war eine Art abstrakter Sehnsucht, die sich ohne mein Zutun erfüllen sollte. Ich war von ihr überzeugt – und verweigerte mich ihr trotzdem, war auf der Flucht vor ihr, vor mir selbst und vor dem Leben. Irgendwann wurde mir das bewusst und unheimlich. Ich versuchte eine tätige Annäherung an die Malerei, unter wechselnden Einflüssen stehend und voller Bedenken und Zweifel, immerhin mit dem Gefühl einer Verantwortung und einer Notwendigkeit. Auch mit dem Gefühl, es irgendeiner höheren Instanz recht machen zu müssen, die über Wert und Unwert einer Sache entschied. Diese Instanz siedelte ich außerhalb von mir an.

Nur langsam fand ich zu mir selbst und zu meiner persönlichen Aufgabe, die ich nur aus mir selbst erfahren konnte – nicht ein für allemal, sondern immer wieder aufs Neue. Seither bin ich damit beschäftigt, es mir selbst recht zu machen, mit mir selbst in Einklang zu sein. Denn auch jedes noch so kenntnisreiche und positive Feedback von außen ist genau so relativ wie die eigene Einschätzung. Man kann nur auf „die Weisheit des ungesicherten Lebens“ vertrauen – im Verein mit der eigenen Anstrengung, von der man nie weiß, wohin sie einen führt. Das liegt in der Natur der Kunst und in der Natur des Lebens. Beide wirken zusammen, befruchten einander und erhellen einander gegenseitig. Das Geheimnis bleibt bestehen – und damit das Lebendige, das alles umfasst und alles trägt. Das ist der Reichtum, von dem sich – auch heute – etwas durch die Malerei sichtbar machen lässt.

E.E.


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