Hannes Gstöttenmayr

1957 geboren in Linz
1972-80 Glasmalerei Schlierbach
1980-86 Studium der Malerei und Grafik bei Prof. Eric van Ess an der Hochschule für Gestaltung in Linz
seit 1986 verheiratet, 2 Söhne
1986-99 Funktionaler Assistent für Technologie der Malerei und künstlerische DruckverfahrenHochdruck an der HFG Linz
lebt und arbeitet als freischaffender Maler in Zendorf, OÖ
Sind es spielerisch oder absichtsvoll auf der Fläche verteilte Formen? Nach Laune oder Gefühl gewählte Farbtöne? Oder sind es Traunviertler Landschaften mit Feld und Berg und Himmel, häusliche Stillleben mit Tisch und Fenster, Buch und Quitte?
Was größer oder kleiner, spitzwinklig verkeilt und rechtwinklig geschichtet, mit Pinsel und Temperafarben aufgetragen, das Auge erfreut, sind Malereien von Hannes Gstöttenmayr. Sie rufen Empfindungen hervor und setzen Überlegungen in Gang. Fragen nach dem Verhältnis von Bild und Wirklichkeit, Bild und Abbild, Stil und Mode. Nach der Funktion von Bildern, nach dem Begriff von Kunst, unseren Sehgewohnheiten und Denkgewohnheiten und Vorlieben.
Hannes Gstöttenmayr wurde am 25. Februar2007 fünfzig Jahre alt. Aus diesem Anlass werden seine neuen Malereien ausgestellt- in der Galerie im Vierkanthof von Zendorf. In ihm lebt und arbeitet der Maler inmitten seiner Drei-Generationen-Familie, inmitten einer künstlerischen Gruppierung und Gemeinschaft, die über die Region ausstrahlt, in der sie, unabhängig vom allgemeinen Kunstbetrieb, ein lebendig sich entwickelndes Zentrum gefunden hat.
Melchior Frommel (Text zur Ausstellung, Mai 2007)
Hannes Gstöttenmayr ist ein wacher Beobachter dessen, was in ihm und um ihn herum ist er beobachtet die Menschen und ihre Schöpfungen, seine „Zeit“, die Bäume, den Himmel, sich selbst. Aus allem, was er wahr-nimmt, zieht er geistige und praktische Anregung. Bei ihm wirkt alles zusammen zu einem Ganzen, in dem das Praktische, Handwerkliche, Materielle ebenso seinen Platz hat wie das Geistige, Künstlerische, Spirituelle. Da er diese Einheit lebt, bleibt er am Widerspruch, der in allem steckt und der ihm bewusst ist, nicht hängen. Man hat den Eindruck, dass sich seine Tätigkeiten und Interessen gegenseitig befruchten, dass sie ihn zu den ewigen und ewig neuen Fragen des Menschen führen, vor denen er oft innehält, denen er aber nicht ausweicht. So wie er auch den künstlerischen Problemen nicht ausweicht, was voraussetzt, dass er sie kennt und weiß, dass er draufkommen muss, wie er sie für sich selbst formuliert und wie er ihnen mit seinen Mitteln gerecht wird. Für Gstöttenmayr sind in der Malerei Natur und Abstraktion nicht getrennt, sondern bedingen einander. Das ist eine Überzeugung , die nicht aus einer Theorie kommt, sondern aus der eigenen Erfahrung. Eine Überzeugung, die durch jedes Bild, durch jeden neuen bildnerischen Versuch auf die Probe gestellt wird, da sie keine wiederholbare Formel zulässt. Hannes Gstöttenmayrs Malerei ist eine Erkundung und eine Bejahung seiner Existenz und der Welt, in der er lebt, vor allem der Welt, die er sich schafft. Er bekennt sich zu den Quellen seiner Malerei zu denen, die in ihm liegen, und zu denen, die er von außen heranzieht und sich mit geistigen Mitteln zu Eigen macht. Seine vielseitige technische Versiertheit verleitet ihn nicht zu pseudo- künstlerischen Spekulationen, von denen viele glauben, sie könnten die Malerei ersetzen. Für Gstöttenmayr ist die Malerei als Ausdruck menschlicher Regungen, Ideen und Notwendigkeiten nach wie vor ein unerschöpfliches Medium, das trotz seiner langen Geschichte in jedem Moment neu entdeckt und erlebt werden kann, wie seine Bilder zeigen.
Eric Ess (Text zur Ausstellung, August 2003)
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